Praxisintegrierte Erzieherausbildung mit Happy End

Stolz präsentiert Michelle Rost ihr Abschlusszeugnis als "Staatlich anerkannte Erzieherin" - und das zu Recht! Wie bei allen Westuffler Absolventen des LWL-Berufskollegs in Hamm war die praxisintegrierte Erzieherausbildung auch für die 23 jährige aus Soest kein leichter Weg. Über die gesamte 3-jährige Ausbildungszeit absolvierte sie in unserer Diagnosegruppe Gesellengasse ihr integriertes Praktikum in Teilzeit (50%).

Hier der sehr persönlicher Erfahrungsbericht von Michelle Rost:

"Schule war früher nie meins, immer langweilig, immer uninteressant. So quälte ich mich über den Hauptschulabschluss zum Realschulabschluss auf dem Börde-Berufskolleg und anschließend sogar über die FOS 11 und die FOS 12 zum Fachabitur. Toll war einzig das praktische Jahr in der FOS 11, dass ich schon damals in der Diagnosegruppe Gesellengasse machte und mich zu der Entscheidung kommen ließ, unbedingt Erzieherin in der stationären Jugendhilfe werden zu wollen.

Mit Abschluss des Fachabiturs hatte ich dann mein ‚ganz persönliches Problem‘ damit, dass die klassische Fachschulausbildung zur Erzieherin aus zunächst zwei weiteren Jahren Schule bestehen würde, dem dann erst das praktische Anerkennungsjahr folgen würde. Mit dem Gedanken an ein Studium ‚Soziale Arbeit‘ konnte ich mich überhaupt nicht anfreunden. Durch glückliche Umstände, u.a. dass ich am Börde-Berufskolleg keinen Schulplatz für die Ausbildung zur Erzieherin erhielt, wurde ich auf das LWL-Berufskolleg in Hamm aufmerksam und hatte auch noch das riesen Glück, während meiner praxisintegrierten Ausbildung wieder in der Diagnosegruppe Gesellengasse arbeiten zu können. Da musste ich nicht lange überlegen und meldete mich sofort am LWL-Berufskolleg an und unterschrieb meinen Praktikumsvertrag in Westuffeln.

Am ersten Tag in der neuen Schule war ich unglaublich aufgeregt. Die Klasse war sehr groß, 30 Schüler und Schülerinnen und jetzt kommt es "…die waren teilweise unglaublich alt". Ich konnte nicht glauben, dass wir dort Mitschülerinnen sitzen hatten die bereits über 60 Jahre alt waren. Dann kam der Klassenlehrer in den Klassenraum und einer seiner ersten Sätze war: ‚Ich hoffe ich kann von Ihnen lernen und Sie von mir. Wir sind hier in der Erwachsenenbildung.‘ Niemals zuvor hatte ich so einen Satz von einem Lehrer an einer Schule gehört, meine Neugier und mein Interesse waren geweckt. Bereits nach zwei Tagen merkte ich wie anders diese Schule war. Es war ein richtiges Miteinander. Schnell stellte ich fest, dass Schule diesmal einfach komplett anders werden würde. Auch diese große Alterspanne in der Klasse fand ich toll.

Alle zwei Wochen ging ich nun zwei Tage in die Schule und war gleichzeitig als Praktikantin wöchentlich mit 19,5 Stunden (also 50%) in der Diagnosegruppe Gesellengasse tätig. Neben der Präsenzzeit in der Schule mussten auch Aufgaben über die Online-Lernplattform ‚Fronter‘ erledigt werden. Dies gestaltete sich zunächst für mich und viele Mitschüler, da wir null Ahnung hatten, sehr schwierig; die Lehrer waren aber immer sehr hilfsbereit und bei dringenden Fragen sogar über das Handy erreichbar. Zwischendurch hatte ich dann auch mal eine Blockwoche Schule.

Die Schule arbeitet viel mit Fallbeispielen aus den Einrichtungen der Schüler, was auch die Theorie für mich sehr lebhaft und abwechslungsreich machte. Unvorstellbar, aber ich entwickelte irgendwie Spaß an Schule. In der Diagnosegruppe Gesellengasse lernte ich zeitgleich den praktischen Alltag in der Arbeit mit Kindern kennen. Die ständige Verbindung zwischen Theorie und Praxis war wirklich mein Ding!

In den ersten beiden Jahren der praktischen Ausbildung konnte ich mir in der unterstützenden Arbeit der Fachkräfte ganz viel abschauen bzw. wurde durch meine Praxisanleiterin gezielt in der pädagogischen Arbeit angeleitet. Regelmäßig fanden auch Reflexionsgespräche mit meiner Praxisanleiterin statt, die jederzeit auch in schulischen Sachen für mich ansprechbar war und mich super, auch bei der Ausarbeitung der schulischen Aufgaben, unterstützte

 

Im zweiten Ausbildungsjahr begleitete ich auch die Nachtbereitschaftsdienste meiner Praxisanleiterin und durfte dann, nachdem ich mich in den begleitenden Diensten bewährt hatte, im dritten Ausbildungsjahr eigenverantwortliche Dienste und Nachtbereitschaften übernehmen. Das war ein großer Schritt in meiner Ausbildung, der mich unheimlich stolz gemacht hat. Da die Arbeit mit traumatisierten Kindern einen Schwerpunkt in der Diagnosegruppe Gesellengasse darstellt, stellte ich letztendlich auch mein Kolloquium darauf ab. Noch nie bin ich so locker in eine mündliche Prüfung gegangen, die ich dann auch genauso locker bestanden habe und somit dann "Staatlich anerkannte Erzieherin" war!

Natürlich ist aus mir am LWL-Berufskolleg keine Musterschülerin geworden, aber ein besseres Zeugnis und mehr Spaß am Lernen habe ich an keiner anderen Schule gehabt. An dieser Stelle dafür allen Lehrerinnen und Lehrern am LWL-Berufskolleg meinen herzlichen Dank, der natürlich auch an das großartige Team der Diagnosegruppe Gesellengasse geht, in dem ich mich jederzeit bestens aufgehoben gefühlt habe und von denen ich unbeschreiblich viel für die praktische Arbeit gelernt habe.

Jedem, der sich für den Beruf der Erzieherin interessiert, kann ich die Ausbildung am LWL-Berufskolleg in Hamm, vor allem in Verbindung mit einem Praktikumsplatz in der Kinder- und Jugendhilfe Westuffeln, nur wärmstens empfehlen.

P.S.: Und das Highlight an der ganzen Story ist, dass ich nach meiner Ausbildung am LWL-Berufskolleg in der Kinder- und Jugendhilfe Westuffeln als staatlich anerkannte Erzieherin in der Diagnosegruppe Gesellengasse übernommen wurde. Besser geht‘s für mich nicht mehr!“

 

Wir danken Michelle Rost und allen Westuffler Absolventen der praxisintegrierten Erzieherausbildung für ihren großartigen Einsatz und gratulieren zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss! 

 

Weiterführende Informationen für Interessierte:

In unseren stationären und teilstationären Angeboten sind aktuell 16 Praktikantinnen und Praktikanten im Rahmen der 3-jährigen praxisintegrierten Ausbildung zum Erzieher (m/w) eingesetzt. Das LWL-Berufskolleg ist für uns ein wichtiger Kooperationspartner, weil sich dieses Berufskolleg schwerpunktmäßig an Themen und Konzepten der Jugendhilfe orientiert und somit einen schnellen Transfer zwischen Theorie und Praxis für die Auszubildenden sicherstellen und ermöglichen kann.

Wer sich für eine praxisintegrierte Ausbildung zum Erzieher/ zur Erzieherin bei uns interessiert, kann sich gern mit allen Fragen an unseren Bereichsleiter Volker Bay wenden.

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